Feministischer Streik 2026 Kanton Solothurn

Anlass
Header Image

Am kantonalen feministischen Streik am 14. Juni gingen in Olten rund 500 Menschen auf die Strasse. Danach wandelten Rednerinnen aus dem ganzen Kanton das Motto “Zämme hässig!” in Kraft und Hoffnung um. Die Organisator:innen sind überwältigt vom Erfolg des diesjährigen feministischen Streiks im Kanton Solothurn.

“Zämme hässig!” war das Motto des diesjährigen feministischen Streiks im Kanton Solothurn. Denn: Gleichstellung ist noch lange nicht erreicht. FINTA-Personen (Frauen, inter, nonbinäre, trans und agender Personen) verdienen immer noch weniger als Männer, erleben sexualisierte Gewalt – und international greifen rechte Kräfte die Gleichstellung frontal an. Statt Diskriminierung endlich zu beseitigen, drohen massive Rückschritte.

Grosse Demonstration mit rund 500 Teilnehmenden

Bei traumhaftem Wetter nahmen laut Zählungen der Organisator:innen vom feministischen Kollektiv Olten (femko) rund 500 Menschen aus dem ganzen Kanton Solothurn an der Demonstration in Olten teil. Einige Feministinnen reisten sogar aus Surselva (GR) an. Die Organisator:innen sind überwältigt davon, wie viele verschiedene Menschen gemeinsam für eine gerechtere Zukunft auf die Strasse gingen. Die Demonstration verlief friedlich von 11 bis 12 Uhr vom Bifangschulhaus zum Café Grogg.

Streikprogramm von 12 bis 15 Uhr

Nach der Demonstration wurde vor dem Café Grogg in Olten bei Momos, Kaffee und Kuchen weitergestreikt. Für die Kleinsten stand der Robi-Spielbus zur Verfügung, wo solidarische Männer die Kinderbetreuung übernahmen.

Myriam Ulrich und Anne-Sophie Fischer vom feministischen Kollektiv Olten (femko) eröffneten die Reden mit unzähligen Gründen “hässig” zu sein. Und zeigten auf, wie sich diese Wut in Hoffnung umwandeln lässt.

Nationalrätin Laura Gantenbein (GRÜNE) erinnerte daran, dass Gleichstellung kein Luxus, sondern ein Grundrecht ist. Und Feminismus intersektional sein muss, also weitere Diskriminierungsformen wie Rassismus mitdenken muss.

Illadsika Sathiyaseelan (SP Migrant:innen) unterstrich dies mit den Worten “Wenn wir nur die Chefetagen für einige wenige privilegierte Frauen öffnen, während die Care-Arbeit im Hintergrund von unterbezahlten Migrantinnen erledigt wird, dann haben wir nichts gewonnen. Dann haben wir die Unterdrückung nur verschoben!”

Die Gewerkschafterinnen Mesken Kahraman (UNIA) und Alexandra Rohn (VPOD) erinnerten daran, dass die Pflegeinitiative von Bundesbern immer noch nicht umgesetzt wurde. Was dazu führt, dass sich die Arbeitsbedingungen für die 90% Frauen, die in der Pflege arbeiten, nicht verbessern.

Kerstin Bütschi und Nicole Schüpbach (SP Frauen) betonten: “Wir sind entschlossen, solidarisch und viele - und machen weiter, weil noch viel erreicht werden muss.” Daran knüpfte Kantonsrätin Marlene Fischer (GRÜNE) an mit der Vision einer Gesellschaft, in der Zukunft wichtiger ist, als Herkunft - und Menschen ohne Schweizerpass nicht nur über ihre Arbeitskraft definiert, oder als Bedrohung gesehen werden.

Am nachfolgenden Open Mic wurden von Teilnehmenden weitere feministische Texte und Lieder vorgetragen.

Danach rundeten Sara El Hachimi und Dshamilja Kalt den Anlass musikalisch ab.


Text: Marlene Fischer

Weitere Texte:

  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Demonstrant:innen mit Fahnen und Plakaten in Olten am Fem. Streik
  • Plakat vom Fem. Streik mit dem Text "Schwester steh auf! Wir geben niemals auf!"